Aktuelles / Künstler / Ausstellungen / Galerie / Kontakt



Anke Schreck
"... ferner mußt du wählerisch sein ..."*
*Henry Peacham, Generelle Regeln für die Landschaftsmalerei, 1606
Ausstellung: 3. September bis 15. Oktober 2004

"... ferner mußt du wählerisch sein ...", eine Maxime, der sich Anke Schreck bei ihren Arbeiten immer wieder bewußt sein muss, sucht sie doch ihre Motive in den verschiedensten Fundgruben. Seien es die, der eigenen Biographie, seien es die, bereits vorhandener Bilder aus der Kunstgeschichte, von Postkarten oder aus Katalogen. Zwei Dinge treiben Anke Schreck dabei als Künstlerin um: die Figur in der Landschaft und die Auseinandersetzung mit dem, was man etwas altbacken "Heimatgefühl" nennt.

Was will das heißen? Anke Schrecks Gemälde und Aquarelle der letzten Jahre zeigen meist eine Landschaft, oft locker hingesetzt, fast dahingeschmiert. Dazu verwendet sie dünne Acryl- und Ölfarben, die zuweilen verlaufen. Die landschaftlichen Motive entsprechen aber nicht realen Landschaften unserer Umwelt. Anke Schreck geht auf die Suche nach dem, was unser Bild von Landschaft prägt.

In ihre Landschaften setzt Anke Schreck Figuren, gewissermaßen Protagonisten der Bilder. Seltsam antiquiert erscheinen uns diese Protagonisten. Da sieht man Jäger, Bergsteiger, Förster, oder ein Paar im Straßenschick, alles irgendwie entsprungen aus Filmen der 60er Jahre. Hinterlegt sind diese Bilder oft mit Blumenmustern von Tapeten oder Geschenkpapieren. Rein formal gesehen, werden so die Kompositionen geschichtet, Ornament und Bildraum verbinden sich.

Aber warum zeigt uns Anke Schreck dies alles? Befreit sie sich und ihre Generation in den Arbeiten von der eigenen Angst vor der Spießigkeit? Einer Angst vor der Spießigkeit, die die eigene Jugend in den 80er Jahren prägte? Lächelt sie durch ihre Bilder verschmitzt über sich selbst, sich dessen bewußt, dass da vielleicht ihre Sehnsucht nach der Flucht aus der Realität spürbar wird. Einer Flucht, die sich in früheren Jahren bei unseren Eltern in dem Begriff und der Bildwelt der Heimat manifestierte. Eindeutig festlegen läßt sich dies in den Arbeiten nicht, soll es nicht, kann es wahrscheinlich auch gar nicht. Auf jeden Fall bricht sich in diesen Gemälden ein diffuses Gefühl Bahn. Anke Schreck changiert dabei immer zwischen einer melancholischen Ruhe und der Entlarvung der Sehnsucht nach der "heilen Welt". Es ist dieses schizophrene Moment, das die Spannung in Anke Schrecks Arbeit hervortreten läßt.

Anke Schreck

1971 geboren in Dessau;

1993- 2002 Studium der Bildenden Kunst und Geographie an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg Universität Mainz;

seit 2002 Studium der Freien Malerei an der Akademie für Bildende Künste Mainz (bei Prof. Friedemann Hahn); Meisterschülerin

lebt seit 2003 in Mönchengladbach

Ausstellungen (Auswahl):

2004 scopeLondon, Galerie Greulich, London; BERLINERLISTE, Galerie Greulich, Berlin; le Samouraï, Bankakademie, Frankfurt/M.; ferner mußt du wählerisch sein, Galerie Greulich, Frankfurt/M.; Wüste. Blendendes Licht, Arsenal HKM1, Mainz;

2003 Bis ans Ende der Welt / In Memoriam Bob Ross, Kunstverein Konstanz, Kunsthaus Wiesbaden; Lucas-Cranach-Preis 2003, Wittenberg; Junge Rheinland-Pfälzer Künstlerinnen und Künstler, Emy-Roeder-Preis 2002, Kunstverein Ludwigshafen im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen