Aktuelles / Künstler / Ausstellungen / Galerie / Kontakt

Grauberg
Grauberg o.T. (very good)

Zur Eröffnung der Ausstellung "o.T. (very good)" zeigt der in Dresden geborene Künstler Grauberg in Frankfurt neue Malereien und Zeichnungen. Darüber hinaus hat Grauberg eine Reliefschablone entworfen, die als Wandgestaltung in der Galerie verwirklicht wird.

Grauberg hat in Dresden an der Hochschule für bildende Künste studiert und dort 1999 seinen Meisterschüler bei Ralf Kerbach absolviert.

Was wird in der Ausstellung zu sehen sein? Malerei, die stark durch die Zeichnung geprägt ist. Zeichnungen, die bisweilen wie Malerei daherkommen und eine Wandgestaltung, die wie eine große Schablone an die Wand montiert ist.

In seinen Malereien changiert Grauberg zwischen vielen künstlerischen Aspekten und entwickelt daraus seinen eigenen Stil: Starke Konturen und Linien geben dem Ganzen einen zeichnungs- und zeichenhaften Charakter. Landschaften und Interieurs werden miteinander vermischt. Bildraum und Farbraum werden über und voreinander gestaffelt. Einzelne Motive tauchen immer wieder auf. Zum Teil reale, wie Büsche und Bäume - übrigens Bonsaibäume, die Grauberg züchtet und deren Formensprache er übernimmt -, zum Teil geometrische, wie Kreise. Grauberg schafft sich seine eigene Bildsprache. Eine Ikonographie, die klar wirkt, und doch Fragen offen läßt.

In seinen Zeichnungen verfährt Grauberg in der Komposition ähnlich, doch sucht er das Zeichnerische zu überwinden. Grauberg spielt mit verschiedenen Papiersorten und speziellen Prismacolours – Faserstiften - mit denen er zuweilen aquarellhafte Effekte erzielt. Durch die Komposition und das gänzliche Fehlen von Menschen erhalten Graubergs Arbeiten eine starke Präsenz des Bildes. Komposition, Bildraum, Farben, alles scheint perfekt zu passen. Doch wird diese formale Harmonie des Bildes so betont, dass die Arbeiten als Stimmungsbilder seltsam bitter-süß wirken. Spannung transportiert sich – vielleicht auch ein Moment der Unsicherheit.

Auch die Reliefschablone ist für Grauberg eine Fortsetzung seiner Linienkunst mit anderen Mitteln: Zeichnungen mit der Stichsäge. Dennoch fühlt sich das Auge geradezu genötigt, auch dort Landschaftsformen zu assoziieren, wo geometrische Form geboten ist. Das denkbar spröde Material der braunen Siebdruckplatten wird plötzlich zu organisch bewegter, naturidentischer Projektionsfläche. Grauberg schlägt unser Sehorgan letztendlich mit seinen eigenen "Mitteln": seiner unstillbaren Sucht nach Seh-Futter.

Man sieht nur, was man wünscht. Grauberg hält Abbild und Abstraktion stets so in der Waage, dass es für den Betrachter spannend bleibt. Was durch den computerverwöhnten Blick jeweils sehr schnell als lediglich stilisierte Elemente identifizierbar erscheint, läßt Grauberg mit den Mitteln seiner subtilen Malerei sogleich als Wunschträume zerstäuben. Wie ein Kind davon überzeugt ist, leicht zum gesehenen Horizont laufen zu können, so scheint es in den "Landschaften" Graubergs leicht, Fernes als nah und Nahes als fern zu taxieren. Seine Malerei bietet damit eine Schule des Neu-Sehens für alle, die mutig genug sind, sich als ABC-Schützen des Sehens den unverstellten Blick zurückzuerobern.


Grauberg
1972 in Dresden geboren
1993-98 Studium an der HbfK Dresden
1999 Meisterschüler bei Prof. Ralf Kerbach
2003 Stipendiat Schloß Wiepersdorf, Brandenburg

Einzelausstellungen (Auswahl)
1996 "Aktion Tonarm", HbfK, Dresden
1997 "Insight Sign’s", Sydney
1999 Realisierung Raummodule, Dresden
2000 Plaza, Dresden
2002 Ro 20, Dresden
2003 "Prisma Colour Star", Galerie Jarmuschek und Partner, Berlin
2004-12-16 "o.T. (very good), Galerie Greulich, Fankfurt

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2003 "Quintessenz 4", Galerie Jarmuschek und Partner, Berlin ArtFrankfurt 2003, Frankfurt am Main
2004 Art Agency, Dresden ArtFrankfurt 2004, Frankfurt am Main ScopeLondon, London Art Cologne, Köln Twenty-Four Living Artists in China, Beijing, China